Ein großer Teil unserer Probleme kommt daher, dass wir die Dinge nicht zu Ende denken. Die Tendenz, kurzfristigen Gewinn über langfristige Konsequenzen zu stellen, verursacht immer wieder großen Schaden – im Business wie im persönlichen Leben. Wirtschaftsskandale, Vertrauenskrisen, Sachwertzerstörung einerseits, gravierende Auswirkungen auf Gesundheit, zwischenmenschliche Beziehungen und Lebensqualität andererseits haben ihre Ursache oft in einer zu kurzen Sicht der Dinge. Langfristiges Denken hilft, Entscheidungen besser zu treffen und die richtigen Handlungsoptionen zu wählen.

 

Gleiches gilt in die andere Richtung. Denn: Ein noch größerer Teil unserer Probleme kommt daher, dass wir die Dinge nicht zu Anfang denken! Es geht um langfristiges Denken zum Anfang hin. In der Hektik des Tagesgeschäftes und der hohen Drehzahl unserer Zeit kann man leicht aus den Augen verlieren, warum die Dinge sind, wie sie sind.

Woher kommen persönliche und gesellschaftliche Entwicklungen? Was war die ursprüngliche Absicht (der originale Zustand) meines Lebens und was ist davon übrig? Davon abgeleitet: Wie kann ich zurück erobern, was im Laufe der Zeit verloren ging?

Das führt direkt zur Weltsicht, durch die wir das Leben betrachten. Welche Antworten liefert meine Weltsicht auf die großen Fragen des Lebens nach Ursprung (woher komme ich?), Sinn (hat das Leben eine Bedeutung?), Moral (gibt es gut und böse, richtig und falsch?) und Bestimmung (was kommt nach dem Tod?)

Herunter gebrochen auf das persönliche Lebensmanagement: Mit welcher Absicht und welchen Erwartungen bin ich in meine Karriere gestartet und was ist heute davon übrig? Welche Träume habe ich früher einmal geträumt und was ist aus ihnen geworden? Wie war die Qualität meiner Partnerschaft zu Beginn und wie ist sie jetzt? Woher kommen meine Denkmuster, die inneren Treiber und Prägungen – die mein Handeln heute bestimmen? Welchen Philosophien folge ich und wo haben diese ihre Wurzeln?

G.K. Chesterton sagte einmal: „Wenn du einen Zaun niederreißt, überlege immer zuerst, warum er einmal aufgestellt wurde.“ Wir leben in einer Zeit, in der Zäune niedergerissen werden. Alles ist relativ; es gibt keine absoluten Wahrheiten; demzufolge erodieren Leitplanken, z.B. im  Umgang mit dem Leben am Anfang und am Ende oder bezüglich der sexuellen Identität. Wir sind einer zunehmenden Übergriffigkeit ausgesetzt was unser Denken und unsere Freiheit angeht. Permanente Überflutung, „information overkill“, ständige Erreichbarkeit; die zunehmende Verschmelzung von Arbeit und Privatleben; ein Verlust an Werten und Maßstäben, die einmal Orientierung gaben… Gibt es noch Grenzen für unser Tun oder ist alles erlaubt, was möglich ist?

Welchen Ideen folgen wir? Wir sollten die Dinge zu Anfang denken – und dann die richtigen Konsequenzen ziehen.

 

#ideashaveconsequences