Briton Rivière malte ein faszinierendes Bild von Daniel in der Löwengrube, aus dem wir viel über den Umgang mit Krisen lernen können. Worauf schauen wir, wenn es eng wird?

Das Gemälde führt uns mehr als 2.500 Jahre zurück zu einer der beeindruckendsten Führungspersönlichkeiten der Geschichte: Daniel aus dem Alten Testament der Bibel. Als junger Mann aus seinem vertrauten Umfeld gefangen weggeführt ins Exil macht er in Babylon Karriere – der zur damaligen Zeit bedeutendsten Metropole und Zentrum der politischen, wirtschaftlichen und intellektuellen Elite.

Seine beeindruckende Persönlichkeit, außergewöhnliche Weisheit und die ihm von Gott gegebene Fähigkeit, Träume visionär zu deuten, lassen ihn in höchste Führungsebenen aufsteigen – nicht nur in einem Weltreich, sondern in zweien – dem babylonischen unter König Nebukadnezar und später dem Reich der Meder und Perser unter König Darius.

Das beschert ihm nicht nur Freunde, sondern auch mächtige Gegner – die seinen Aufstieg mit Neid und Missgunst beobachten. Weil Daniel in seinem ganzen Wirken integer, zuverlässig und loyal war, gab es für seine Feinde nur einen Weg, ihm die perfekte Falle zu stellen: sie mussten ihn bei seinem Glauben packen. Das brachte Daniel in die Löwengrube, was nach menschlichem Ermessen nur mit einem Ergebnis enden konnte: seinem Tod.

Was macht Daniel in dieser existenziellen Krise – in vielen Details brillant gemalt von Riviére? Er wendet der Bedrohung den Rücken zu und schaut ins Licht! Offensichtlich ist er einer höheren Autorität unterstellt, der auch die Löwen gehorchen – und die diese davon abhält, Daniel anzutasten.

Seine Person strahlt Würde, Souveränität und inneren Frieden aus – unabhängig der äußeren Umstände. Dem Problem gegenüber nimmt er eine defensive Haltung ein – was nicht mit Passivität zu verwechseln ist, sondern sein Vertrauen Gott gegenüber zum Ausdruck bringt. Sein Gesicht wird erhellt vom Licht, das von oben auf ihn fällt: worauf wir schauen, wird uns prägen – das Problem oder die Lösung.

Ein fester Stand in schwierigen Zeiten ist möglich. Das Fallbeispiel Daniel – eine Ermutigung für Führungskräfte heute!

 

Foto: Briton Riviére, Public Domain, via Wikimedia Commons